Samstag, 24. Juni 2017
Notruf: 112

Jugendliche üben wie die Profis

Die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Magdeburg Diesdorf war am Wochenende vom 09.09. bis 11.09.2016 zu Gast in der Freiwilligen Feuerwehr Bismark.
Was war der Grund dieser Einladung? Und was versteht man unter dem Begriff eines „Berufsfeuerwehrtages“?

An einem Berufsfeuerwehrtag hat die Jugendfeuerwehr die Möglichkeit, die Tätigkeiten und Einsatzaufgaben, wie die Profis der Brandbekämpfung und Hilfeleistung abzuarbeiten. Um das einmal mehr unter Beweis zu stellen, hat der neu gewählte Jugendwart der Einheitsgemeinde Bismark, Karsten Günther, uns zu diesem Berufsfeuerwehrtag in die Altmark geholt. Er und Carina Trott, unsere derzeitige Jugendwartin, haben ihre Ausbildung vom zehnten Lebensjahr an gemeinsam hier in Magdeburg-Diesdorf absolviert. Im Punkt Jugendarbeit sind sich die beiden einig, eine interessante und fachlich qualifizierte Ausbildung ist für Feuerwehrleute der zukünftigen Generationen sehr wichtig. Aus diesem Grund wurde ein Konzept für den Berufsfeuerwehrtag erstellt.

Nachdem wir mit 13 Jugendlichen, davon ein Mädchen, anreisten, wurde unser Schlaflager mit Feldbetten und Luftmatratzen ausgestattet. Bei der Eröffnung bekamen die Gastgeber ein dickes „Dankeschön“ in Form von je zwei Fuß- und Volleybällen, damit auch die Freizeitaktivitäten der Jugendfeuerwehr gesichert sind.
Dann ertönte das Laute Alarmierungssignal. Es war über das ganze Gelände zu hören. Schnell zogen die Jugendlichen ihre Feuerwehruniform an und fanden sich an ihrem zugeteilten Fahrzeug ein. Aber: leider zu langsam. Die „Nachbarfeuerwehr“ war schneller und unsere Jugendlichen wurden nicht mehr benötigt. So konnten wir uns aber eine heiße Wurst am Grill abholen und gemütlich unser Abendbrot genießen. Aber es dauerte nicht lange, da kam es zur ersten richtigen Alarmierung. Es gab einen Brand eines Holzstapels, bei dem sich drei Personen verletzt hatten. Die Einsatzaufgabe bestand darin, die Lage zu erkunden, die Einsatzstelle zu sichern, die Menschen zu retten und Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen. Weiterhin musste eine Wasserversorgung aufgebaut, das Feuer gelöscht und die Einsatzstelle ausgeleuchtet werden. Das war ein ganz schön anstrengender Abend. Danach hatten sich unsere Jugendlichen ihre Nachtruhe redlich verdient.

Am Samstagmorgen wurde gemeinsam ein Frühstück zubereitet. Hierbei und bei einem großen gemeinsamen Spiel konnten sich unsere Jugendlichen mit denen der Freiwilligen Feuerwehr Bismark sowie Badingen, die ebenfalls an dieser Veranstaltung teilnahmen, genauer kennenlernen. Und schon hörte man wieder das Alarmierungssignal: Es gab einen Verkehrsunfall mit einem PKW und einem Motorrad, bei dem zwei verletzte Personen vermutet wurden. Es stellte sich heraus, dass noch weitere zwei Personen vermisst wurden. Auch bei diesem Einsatz mussten die Jugendlichen aus den verschiedensten feuerwehrtechnischen Bereichen ihr Können unter Beweis stellen. Die harte Arbeit machte natürlich hungrig und so war die Gulaschkanone der Freiwilligen Feuerwehr Badingen gefüllt mit Nudeln und Bolognesesoße gern gesehen. Nach einer kurzen Verschnaufspause auf dem Gelände des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Bismark gab es eine weitere Alarmierung. Auf dem Bolzplatz hatte eine angetrunkene Person mehrere kleine Feuer gelegt. Die Hauptaufgabe hierbei war natürlich abermals die Brandbekämpfung. Bei dem warmen Wetter und der Hitze der Feuerstellen kamen wir ganz schön ins Schwitzen. Da wir selbst ausgebildete Rettungsschwimmer unter unseren Betreuern hatten, konnten wir das Freibad „Kolk“ besuchen, obwohl die Badesaison bereits offiziell beendet war. In dem kühlen Nass und unter den schattigen Bäumen konnten wir uns gut von den bisherigen Anstrengungen erholen.

Nach dem Abendbrot saßen die Jugendlichen dann wie auf glühenden Kohlen. Sie waren sehr gespannt, ob es noch einen weiteren Einsatz für sie geben würde. Ständig wurden die Betreuer beobachtet. Vielleicht würde ja doch bald der nächste Alarm ausgelöst. Kurz bevor die Jugendlichen sich für die Nachtruhe vorbereiteten, war es dann soweit. Es gab einen Brandmeldeeinlauf in einer nahegelegenen Grundschule. Nach einer Lageerkundung konnte jedoch kein Handlungsbedarf festgestellt werden. Auf dem Rückweg meldet sich dann aber abermals die „Übungsleitstelle“ mit einem Folgealarm. Auf einem Gehöft mussten eine Katze und ein Huhn nach vorheriger Jagd aus dem Baum gerettet werden. Ebenso wurden zwei Personen vermisst, die nach dem Suchen der Tiere nicht wiederkehrten. In tiefer Dunkelheit musste nach ihnen gesucht werden. Recht zügig wurde die Beleuchtung sowie die Leiter aufgebaut, um die Tiere aus dem Baum zu retten, und auch die Personen waren bald gefunden. Die Aufräumarbeiten zogen sich aufgrund der nun herrschenden Müdigkeit für einige wie Kaugummi und auf der Rückfahrt zur Unterkunft schlief der ein oder andere bereits im Fahrzeug tief und fest ein. Somit endeten zwei ereignisreiche Tage. Unsere Jugendliche werden dieses Wochenende in guter Erinnerung behalten. So freute sich der eine über die Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren und der andere darüber, dass er mal löschen durfte. Auch die realitätsgetreue Nachstellung z. B. der Verletzungen, Ölspur und Einsatzstellen wird einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Gemeinsame Folgeveranstaltungen mit den Feuerwehren wurden bereits in Erwägung gezogen.